Die besten Tarife im Vergleich

Ökostrom Preisvergleich: die besten Stromanbieter im Vergleich 2017

TÜV-geprüfter Strompreisvergleich. Note SEHR GUT
nur die BESTEN Ökostromanbieter
alle günstigen Tarife auf einem Blick

Ökostrom liegt voll im Trend. Viele Millionen Haushalte und auch gewerbliche Kunden setzen auf den grünen Strom aus der Steckdose. Verbraucher, die Naturstrom beziehen, zeigen Profil. Sie wenden sich bewusst von fossilen Energieträgern und Atomstrom ab. Diese Webseite informiert umfassend über das spannende Thema Ökostrom. Außerdem können Sie hier einen kostenlosen und unverbindlichen Ökostrom Preisvergleich durchführen.

Nachhaltigkeit – warum Verbraucherverhalten bei Ökostrom so wichtig ist

Verbraucher beeinflussen durch die Wahl ihres Stromlieferanten den Ausbau nachhaltiger Stromerzeugungstechnologien. Denn wenn Verbraucher einen „echten“ Ökostromanbieter wählen, investieren Sie direkt in den nachhaltigen Technologieausbau.

Ökostrom Preisvergleich: die besten Stromanbieter im Vergleich 2017Entscheiden Sie sich jedoch zum Beispiel für ein Unternehmen, welches Strom überwiegend mittels Atomkraft erzeugt und nur als Randprodukt einen als „Ökostrom“ bezeichneten Tarif bereithält, so investiert dieser unter Umständen kaum etwas in den Ausbau nachhaltiger Stromnetze.

Wollen Sie das unterstützen?

Wer sind eigentlich die „echten“ Ökostromanbieter und wie unterscheiden sich Ökostromtarife zu den konventionellen Anbietern? Wie können Sie herausfinden, wer in den Ausbau nachhaltiger Stromerzeugungstechnologien investiert? Und was haben die unterschiedlichen Zertifikate zu bedeuten?

Aufgeklärte Verbraucher treffen bewusste Entscheidungen

Lesen Sie sich ein, informieren Sie sich über das Thema Ökostrom. Wir haben unser Bestes getan, um möglichst viel Wissenswertes für Sie zusammenzutragen, damit Sie auf Basis dieser umfassenden Informationsgrundlage eine echte, bewusste und sinnvolle Entscheidung treffen können, welcher Tarif von welchem Stromerzeuger wirklich zu Ihnen passt.
Kurz zusammengefasst:

  • Nachhaltige Technologien unterstützen: Sie haben es mit der Wahl des Stromanbieters in der Hand.
  • Echter Ökostrom? Informieren Sie sich erst und entscheiden Sie dann.

Kennzeichen von echtem Ökostrom?

Der Begriff Ökostrom ist genauso wenig geschützt, wie der Begriff Bio. Es gibt also keine greifbare gesetzliche Verankerung. Jeder Stromerzeuger und jeder Stromanbieter darf sein Produkt ungestraft als Ökostrom bezeichnen. Das gilt auch, wenn er überhaupt keinen Beitrag dazu leistet, dass die Energiewende vorangetrieben wird.

Was macht es aus, was steckt dahinter? Es gibt einen Katalog von Kriterien, die Ihnen dabei helfen sollen, „echten“ Ökostrom zu identifizieren.

Umweltnutzen

Der Begriff Umweltnutzen hat großes Gewicht. Ökostrom ist nur dann nützlich für die Umwelt, wenn er die Anteile aus Atomkraft oder Kohlekraft vom Markt verdrängt. Wenn Ökostrom gekauft wird dann soll das also dafür sorgen, dass die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden. Ein bestimmter Anteil der Einnahmen, muss bei „echten“ Ökostromanbietern ausschließlich in Anlagen investiert werden, die nachhaltige Technologien nutzen.

Stromversorgungssystem sichern

Je mehr Ökostrom in das vorhandene Netz eingespeist wird, desto wichtiger wird es, dass die Technik der Stromnetze angepasst wird. Technisch auf dem neuesten Stand sorgen die Stromnetze dafür, dass die Versorgung der Haushalte auch mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien durchweg stabil bleibt.

Wenn Ökostromanbieter kommunizieren, dass sie von den Einnahmen Effizienzmaßnahmen finanzieren oder in nachhaltige Technologien investieren, dann ist das ein gutes Zeichen. Denn der Ausbau von nachhaltigen Speichern und Systemen, die das Stromnetz stabilisieren und die Stromnachfrage regulieren, sind ganz zentrale Bestandteile der Energiewende.

Instanzen zur Überwachung

Damit gewährleistet ist, dass die Kriterien Umweltnutzen und Sicherung von Stromversorgungssystemen unterstützt werden, muss eine unabhängige Instanz überprüfen, ob das auch der Fall ist. Diejenigen, die lediglich ein selbst gestricktes Zertifikat ausstellen, halten diesen Anforderungen in der Regel nicht stand. Deshalb können diese auch kein vertrauenswürdiges Zertifikat vorweisen.

Transparente und faire Tarifbedingungen

Nicht zuletzt sollten Ökostromanbieter fair mit ihren Kunden umgehen und keine überteuerten Tarife anbieten.

Die Wahl eines „guten“ und „echten“ Ökostromanbieters hat also eine direkte Ausbauwirkung. Wenn Sie echten Ökostrom nachfragen und beziehen, unterstützen Sie damit, dass die Investitionen in die richtige, nachhaltige und grüne Richtung gehen. Und da Sie jetzt schon mal wissen, was wichtige Merkmale von vertrauenswürdigen Ökostromanbietern sind, können wir die Anführungszeichen nun weglassen.

Fazit: Sie haben es in der Hand! Was jetzt noch fehlt ist, dass Sie sich informieren, damit Sie echte Ökostromanbieter erkennen können. Damit Ihnen das gelingt, folgt nun alles Wissenswerte rund um das Thema Ökostrom.
Kurz zusammengefasst:

  • Ökostrom: Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder darf ihn benutzen, auch wenn dahinter kein „echter“ Ökostrom steckt.
  • Merkmale: Umweltnutzen, nachhaltige Technologie ausbauen, Ökostrom-Zertifikate sowie Transparenz zur Erzeugung und Tarifbildung sind wesentlich Merkmale „echter“ Ökostromtarife.

Welche Gütesiegel/Zertifikate gibt es und was bedeuten sie?

Es ist gar nicht so einfach, sich durch die Vielzahl der sogenannten Ökostromzertifikate und Grünstrom-Label zu kämpfen. Zunächst einmal müssen Sie diese Unterscheidung treffen: Es gibt Erzeugungszertifikate und es gibt Gütesiegel.

Ein Erzeugungszertifikat bedeutet, dass ein Stromanbieter nachweist, woher er den Strom bezieht, den er an seine Kunden verkauft. Ein Gütesiegel hingegen belegt, dass ein spezieller Stromtarif in direkten Zusammenhang mit einem Umweltnutzen steht.

  • Ein Erzeugungszertifikat informiert Verbraucher über die Herkunft.
  • Ein Gütesiegel belegt eine gewisse Umweltverträglichkeit, die bei der Herstellung des verkauften Stroms eine Rolle spielt.
Sie sehen schon, dass die Grenze schwierig zu ziehen ist. Letzten Endes überschneiden sich einige Zertifikate und Siegel inhaltlich. Für Verbraucher gilt, wer informiert ist und die Hintergründe der einzelnen Siegel kennt, kann eine Entscheidung auf Basis von Sachinformationen treffen. Diese fällt dann entweder für oder gegen einen Anbieter aus.

Anforderungen an Gütesiegel und Zertifikate

Gütesiegel und Zertifikate unterliegen ganz unterschiedlichen Anforderungen, wenn es um die Vergabe geht. Bei den allermeisten jedoch spielt es eine große Rolle, wie alt eine Anlage ist, die zur Stromerzeugung dient. Ziel der Bundesregierung ist, dass sich die Nachfrage hin zu den neuen Kraftwerken ausrichtet. Das wiederum soll zufolge haben, dass Investoren neue Windräder bauen, neue Photovoltaikanlagen installieren oder auch Wind- und Erdwärmeanlagen errichten. So ist zumindest der Plan. Ein weiterer Faktor, den Gütesiegel und Zertifikate häufig im Kleingedruckten stehen haben ist, dass ein gewisser Anteil der Einnahmen in die Errichtung von Neuanlagen investiert werden muss.

Anforderungen an Gütesiegel und ZertifikateWer weiß, ob die Technik nicht noch ganz neue, bahnbrechende Möglichkeiten zu Tage fördert, mit denen wir heute noch gar nicht rechnen. Anzunehmen ist es, denn es war bislang immer so. Innovationen sind an der Tagesordnung. Oder kennen Sie die Eisheizung? Dieser namentlich wirklich wiedersinnig klingende innovative Energiespeicher ist noch gar nicht so lange am Markt.

Wenn sich ein kleiner Heizungsbetrieb vom Bodensee nicht so intensiv mit den physikalischen Zusammenhängen der Aggregatzustände beschäftigt hätte, dann wäre die innovative Eisheizung mit extrem hohem Ökopotenzial heute immer noch nicht am Markt. Natürlich hat inzwischen eine große Firma für Heiztechnik die bahnbrechende Erfindung aufgekauft und vertreibt sie nun weltweit. Die Idee jedoch ist im Kopf eines Gas-Wasser-Installateurs aus Süddeutschland gereift.

Eine solche Speichertechnik kann sich nur aufgrund der Fokussierung der Beteiligten auf umweltfreundliche, CO2-neutrale Energieerzeugung durchsetzen. Bleibt zu hoffen, dass die Stromversorger und der Staat die erwirtschafteten Gelder sinnvoll investieren und solch kluge Entwicklungen unterstützen – zum Wohle aller.

Die Wertigkeit der Zertifikate und Label

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, einen echten Ökotarif zu finden. Denn viele Zertifikate und Gütesiegel haben so gut wie keine Aussagekraft. Zertifikate und Label von nichtssagender Qualität erschweren die Transparenz auf dem Ökostrommarkt.

Doch das heißt auch, dass es nur wenige zuverlässige Siegel gibt. Und das ist gut für Verbraucher, denn so müssen Sie im Dschungel der Ökostromtarife, Label, Zertifikate und Siegel nur nach denen Ausschau halten, die –objektiv betrachtet- absolut integer sind. Kling kompliziert, ist aber einfach.

Fakt ist, dass nur ganz wenige Institute objektive, kritische und haltbare Kriterien zugrunde legen, wenn sie ein Ökostrom-Label vergeben. Glaubt man der Verbraucherzentrale, dann sind diese drei Siegel bzw. Klassifizierungen derzeit als zuverlässig und aussagekräftig zu betrachten:

  • ok-power Siegel
  • Grüner-Strom-Label
  • EcoTopTen

Die Verbraucherzentrale beruft sich auf das Öko-Institut e.V. mit Sitz in Freiburg, wobei für die Inhalte der Webseite Doktor Dietlinde Quack verantwortlich ist. Ihre Expertise besteht unter anderem aus ihrem Forschungsschwerpunkt „Nachhaltiger Konsum und Produkte“.

Möglich, dass während Sie hier lesen, bereits ein neues Siegel hinzugekommen ist. Schauen Sie doch mal auf die Internetseite der Verbraucherzentrale, ob sich inzwischen etwas getan hat. Doch bis dahin stellen wir die Siegel vor, die mit Stand Feb. 2016 Seitens der Verbraucherzentrale strengste Anforderungen erfüllen.

Das ok-power Siegel

Das ok-power Siegel wurde vom Öko-Institut Freiburg e. V., dem WWF und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen konzipiert. Wenn ein Stromtarif mit diesem Siegel gekennzeichnet ist, dann bedeutet das neben der Transparenz, die Stromkunden heutzutage erwarten zusätzlich, dass

  • alles zu 100 % aus Quellen erneuerbarer Energien stammt,
  • dadurch einen zielführenden Beitrag zur Energiewende geleistet wird,
  • der Umbau des Energieversorgungssystemen unterstützt und der Neubau von Anlagen gefördert wird.

Allerdings weist der Verein auch darauf hin, dass keine Methode zur Erzeugung von Energie komplett frei von Umweltbelastung ist. Beispielsweise bei der Herstellung von Photovoltaikanlagen oder bei dem Neubau einer Windkraftanlage wird immer CO2 freigesetzt und die Natur belastet.

Das ok-power SiegelAllerdings gibt es dennoch Anlagen, die sich das o. k.-power-Gütesiegel verdient haben. Diese erfüllen besondere Kriterien.

Zum Beispiel darf:

  • eine Windkraftanlage nicht innerhalb der Grenzen einer Naturschutzzone liegen.
  • Lieferanten, die Strom aus Deponiegas gewinnen, bekommen kein Siegel.
  • Für die Gewinnung von Strom aus Biomasse muss diese Biomasse aus Europa stammen.
Doch auch wenn Verbraucher Ökostrom beziehen, sollten Sie nicht sorglos damit umgehen. Der bewusste Umgang mit Energie, das Vermeiden von zu hohem Verbrauch und das Nutzen von energieeffizienten Geräten sollte immer an oberster Stelle stehen.

Das Öko-Institut Freiburg ist ein Verein und als solcher ist er unabhängig und gemeinnützig. organisiert ist. Zum Punkt „Gemeinnützigkeit“ sei gesagt, dass die Satzung des Vereins in § 2 folgendes definiert:

§2 Vereinszweck

(2) Der Zweck des Vereins ist die Förderung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung. Dieser Zweck wird auch durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Ökologie und hier insbesondere auf den Gebieten der Luftreinhaltung und des Klimaschutzes, der Energieeinsparung, der Wasser-Bodenreinhaltung, der Risikofragen im Zusammenhang mit der Kerntechnik und mit der Gentechnologie, der Abfallvermeidung und -behandlung, der Ressourcenschonung, der Umweltgesetzgebung und der umweltverträglichen Verkehrskonzeption im nationalen und internationalen Bereich, erreicht. Die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen nach Möglichkeit auch Zwecken des Umweltschutzes, der Verbraucherberatung, des Naturschutzes, der Landschaft sowie der Denkmalpflege zur Verfügung gestellt werden.

(5) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

(6) der Verein erstrebt keinen Gewinn. Die Mittel des Vereins dürfen nur zu satzungsmäßigen Zwecken verwendet werden.

Satzung vom Öko-Institut Freiburg e.V.

Der Satzung zufolge richtet der Verein mit Vergabe seines Siegels für Verbraucher ein Erkennungssystem ein, das dabei helfen soll, „echten“ Ökostrom von Graustrom zu unterscheiden. Mit Blick auf die Transparenz der Darstellung auf der Internetseite, einsehbarer Satzung und Bereitstellung der Informationen, die als Grundlage für die Vergabe des Siegels gelten, macht das Siegel nicht nur auf uns einen äußerst seriösen Eindruck.

Grüner Strom-Label

Das Grüner Strom-Label (GSL) wird durch die Umweltverbände vergeben. Diese haben sich zum Verein mit dem Namen GSL e.V. zusammengeschlossen.

Die Stromanbieter müssen einige Hürden nehmen, bevor sie das Label benutzen dürfen. Zu allererst steht der Antrag an, den die Lieferanten beim GSL e.V. stellen müssen. Als nächstes prüft GSL, ob das zur Zertifizierung vorgeschlagene Produkt tatsächlich den Anforderungen entspricht.

Die folgenden Kriterien geben einen Überblick, was sich hinter dem Grüner Strom-Label verbirgt.

100 % echter ÖkostromStromlieferanten müssen nachweisen, dass der Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Und das sicherzustellen, gibt es gesetzlich vorgeschriebene Herkunftsnachweise. Diese Formulare werden vom Umweltbundesamt verwendet.

Der Hersteller muss nachweisen, dass die gelieferte Strommenge mit dem Herkunftsnachweis mengenmäßig übereinstimmt. Das verpflichtet Lieferanten, die Menge Ökostrom einzukaufen, die sie als selbiges weiterverkaufen. Hintergrund dieses Kriteriums ist, dass Energieversorger nicht mehr auf die Möglichkeit zurückgreifen können, Atomstrom oder Kohlestrom rein über den Kauf von Herkunftsnachweisen umzudeklarieren.

Optionale StromliefereigenschaftenEin Stromlieferant kann über die festgelegten Kriterien hinaus zusätzliche Eigenschaften offiziell feststellen lassen. Das kann zum Beispiel sein, wenn ein Lieferant Kunden nur mit Strom aus der Region beliefert oder er dafür bürgt, nur selbst produzierten Ökostrom weiterzuverkaufen.

Auch dieses Kriterium hat einen guten Grund. Er liegt in der Erwartungshaltung der Verbraucher. Diejenigen, die Ökostrom kaufen, erwarten, dass der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben wird. Außerdem legen immer mehr Wert darauf, dass alles aus der Region kommt.

Garantie zur Investitionen in neue Anlage und innovative EnergieprojekteStromlieferanten, die mit dem GSL ausgestattet werden wollen, müssen verbindlich garantieren, dass ein bestimmter fester Geldbetrag pro Kilowattstunde benutzt wird, um diesen in den Ausbau neuer Anlagen und innovative Energieprojekte zu investieren.

Das Geld darf in unterschiedliche Projekte angelegt werden, die die Energiewende unterstützen. Das kann zum Beispiel der Umbau des Energieversorgungsnetzes sein, die Investitionen in Wind-, Biomasse- oder Solaranlagen sowie Speichermedien oder auch in Bürgerenergieprojekte.

Höchste Umweltstandards oberhalb gesetzlichen MindestanforderungenAnbieter, die mit dem Grüner-Strom-Label ausgestattet sind stehen dafür, dass sie ihr Geld in den Bau neuer regenerativer Stromerzeugungsanlagen investieren, die die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien ein ganzes Stück weit überschreiten. Die Trägerverbände vom großen DSL (dazu gehören auch führende Naturschutzverbände) wollen sicherstellen, dass das Geld in besonders ökologisch betriebene Kraftwerke fließt. Damit sollen wichtige Impulse für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt werden. Nach Ansicht der Verbände reicht die Gesetzgebung nicht immer aus, um die definierten Ziele zu erreichen.

Die genannten Kriterien stellen nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Kriterienkatalog des GLS-e.V. dar. Der Verein betont, dass das Label nur für ein Produkt vergeben wird, der Anbieter an sich jedoch nicht zertifiziert wird.

Grüner Strom-LabelDennoch nimmt der Verein die Anbieter sehr genau unter die Lupe. Zum Beispiel schließt er Unternehmen aus, die selber ein Atomkraftwerk betreiben, auch wenn sie ein einwandfreies Ökostromprodukt anbieten. Ein neues Kriterium, hinzugekommen im Jahr 2015 ist, dass auch keine Unternehmen das GLS, Siegel erhalten, die eine direkte Beteiligung an Kohlekraftwerken gekauft haben.

Auch dieser Verein stellt seine Satzung online und definiert seinen Vereinszweck wie folgt:

㤠2 Zweck des Vereins

Zweck des Vereins Grüner Strom Label E. V. Ist die Förderung einer ökologischen Energieversorgung durch die Zertifizierung von Energieprodukten (Strom, Gas, Wärme, Kraftstoffe) aus erneuerbaren Energieträgern. Die Zertifizierung ist verbunden mit der Vergabe eines Labels, um damit den Beziehern solcher Produkte eine Transparenz der Marktanbieter zu ermöglichen.

10 Mittelverwendung

Die Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.“

GLS-e.V.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kriterien zur unabhängigen Zertifizierung von Energieprodukten nach vorne zu bringen. Die Zertifizierung läuft so ab, dass der Verein das Zertifikat nach Prüfung ausstellt, der Energieversorger im nächsten Schritt Ökostrom an Kunden verkauft und dann alle zwei Jahre Unterlagen zur Prüfung einreicht. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) prüft die Unterlagen auf Herz und Nieren. Dann erstellt es ein Gutachten und reicht es an den Verein weiter. Dieser entscheidet dann jedes Mal aufs Neue über die Verlängerung des Zertifikates.

Auch hier sind wir der Meinung, dass das Zertifikat eine hohe Aussagekraft, Transparenz und Seriosität mit sich bringt. Aber natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob dieses Label für ihn selbst die Anforderung an ein Ökostromprodukt erfüllt.

ECOTop Ten

Die Bezeichnung ECOTop Ten meint eine Internetplattform des Öko-Instituts. Das Öko-Institut gehört zu den führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstituten in Europa. Es wurde 1977 gegründet und ist bekannt dafür, dass es innovative Strategien und Visionen zu Themen globaler Nachhaltigkeit unterstützt.

ECOTop Ten LogoAußerdem hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Strategien national und lokal umzusetzen. Finanzielle Unterstützung erfährt das Öko-Institut durch Fördergelder aus dem Programm Horizon 2020 der EU sowie dem Topf der nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Macht auf uns alles einen ausgesprochen professionellen und vertrauenswürdigen Eindruck.

Das Öko-Institut beschäftigt sich mit diversen Produktgruppen. Dabei handelt es sich um

  • Leuchtmittel,
  • Wärme
  • Strom
  • Haushaltsgeräte (klein und groß)
  • Fernseher
  • Computer-Bürogeräte
  • Mobilität
  • Lebensmittel
  • Textilien

Das Team von ECOTop Ten wählt aus den aktuellen Angeboten die jeweils zehn besten Produkte ihrer Kategorie aus. Diese werden dann in den sogenannten Bestproduktelisten vorgestellt. Ökologische Parameter, Preise und Ergebnisse von Qualitätskontrollen sind ersichtlich. Außerdem gibt es eine Negativliste. Diese zeigt im Vergleich zur Bestenliste Produkte, die die grundlegenden Kriterien des Öko-Instituts nicht erfüllen. Mithilfe von diesen Listen können Verbraucher eine fundierte Kaufentscheidung fällen.

In unserem Ökostrom Preisvergleich können Verbraucher Anbieter auswählen, die unter anderem ein Zertifikat vom Grüner-Stromlabel, das o. k. power Label und/oder es in die Bestenliste der ECOTop Ten geschafft haben. Das Ergebnis zeigt den Anbieter, den Tarif, ein Tarifbeispiel, die Region, in der der Tarif bezogen werden kann, Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsfristen, eventuelle Preisgarantien, verliehene Zertifikate, genutzte Stromquellen und wer möglicherweise die Anteile des Anbieters hält. Auf diese Weise erfährt der Verbraucher alles Wissenswerte geballt auf einen Blick.

Weitere Zertifikate und Label

Neben den drei oben genannten Siegeln gibt es unter anderem noch diese Label:

  • EKOenergie
  • TÜV Süd, TÜV Nord
  • RECS-Zertifikate

Was steckt hinter den Bezeichnungen? Welchen Wert, welche Aussagekraft haben sie? Erzeugungszertifikate sind für Händler wichtig. Die bekanntesten sind die Zertifikate von TÜV Süd, Erzeugung EE sowie das aus der Schweiz stammende Zertifikat naturemade star.

TÜV Süd LogoFür die Zertifikate gilt, dass Erzeuger nachweisen müssen, wo der Strom herkommt. Außerdem müssen Sie noch anderen Anforderungen genügen. Erzeuger, die eines der beiden genannten Zertifikate führen wollen, müssen die Verpflichtung eingehen, eine nachhaltige Unternehmenspolitik zu leben (TÜV Siegel).

Doch was sagt so etwas aus? Eine nachhaltige Unternehmenspolitik ist ein sehr weit gefasster Begriff und es fehlen konkret fassbare Mindestanforderungen, anhand derer Verbraucher einschätzen könnten, welche Stromerzeugung mit ihren Abgaben eigentlich finanziert wird.

TÜV Nord LogoBei dem schweizerischen Siegel naturemade star gelten andere Maßstäbe. Wer dieses Zertifikat tragen will, der muss gewährleisten, dass bei der Stromerzeugung kein gentechnisch verändertes Material benutzt wurde. Auch hier stellt sich die Frage, wie viel Öko in einem solchen Zertifikat tatsächlich steckt. Denn Ökostrom definiert sich wahrhaftig nicht alleine dadurch, dass bei der Stromerzeugung kein gentechnisch verändertes Material benutzt wurde.

RECS-Zertifikate haben ihren Preis

Umweltverbände kritisieren die RECS-Zertifikate scharf. Die vier Buchstaben stehen für Renewable Energy Certificate Systems. Im Prinzip steckt hinter diesem Zertifikat ein widersinniger Mechanismus:

  • Pro Megawattstunde erzeugtem Grünstrom wird das RECS-Zertifikat erteilt.
  • Das Zertifikat ist allerdings nicht an diese Grünstrom-Megawattstunde gebunden. Nein, das Zertifikat darf nun verkauft werden.
  • In der Praxis heißt das, dass irgendein anderer Stromhändler das Zertifikat kauft und sich auf die eigene Fahne klebt.
  • Nun darf der Käufer sogar Atomstrom als Ökostrom ausweisen.
  • Der Verkäufer des Zertifikats allerdings verwirkt seinen Anspruch. Er darf seinen echten Grünstrom nun nicht mehr als solchen ausweisen.

Das ist widersinnig, denn nur weil ein Papierstück den Besitzer wechselt, ändert sich nicht die Herkunft des Stroms.

Das Problem, dass Verbraucherschützer und Umweltschützer sehen, ist mit dem ungewöhnlichen Begriff „Greenwashing“ (Grünstromwäsche) betitelt. Die reale Gefahr, die darin liegt, ist, dass große Konzerne, die noch mit alten ineffizienten Wasserkraftwerken Strom erzeugen, ihre erzeugten Kilowattstunden unterschiedlich benennen dürfen. Sie verkaufen den als Ökostrom bezeichneten Anteil zu höheren Preisen (marktüblich), verdienen an der Energiewende und tun überhaupt nichts dafür, dass die Umwelt entlastet wird. Abgesehen davon wird kein Cent in erneuerbare Energien investiert.

Ist es das, was ein Öko-Zertifikat Verbrauchern signalisieren sollte? Darauf mag ein jeder eine eigene Antwort für sich finden.

Problem Ökostrom: Atomkonzerne wollen Kraftwerke schließen

Zertifikate im Vergleich

Die folgende Übersicht zum Label Vergleich im Bereich Ökostrom kommt vom Verein GSL. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist ohne Gewähr. In der Übersicht finden Sie nur die gängigsten Zertifizierungsmodelle.

Zertifikate im VergleichDie Grafik zeigt bestimmte Ökostrommodelle des TÜV Nord und des TÜV SÜD. Demgegenüber stehen Stromanbieter, die ihre eigenen Kriterien festlegen und sich die Einhaltung derselben vom TÜV bestätigen lassen.

Eine einheitliche Grundlage allerdings besteht nicht. In der Konsequenz heißt das, dass mit einem TÜV Siegel versehene Produkte eine sehr große Bandbreite unterschiedlichster Qualität widerspiegelt können. Da die Kriterien von den Erzeugern selbst festgelegt werden, müssen Verbraucher jeweils selber überprüfen, was sich hinter dem TÜV Siegel verbirgt.

Vergleich der Ökostromlabel

Kurz zusammengefasst:

  • Zertifikat: gibt Aufschluss über die Herkunft des Stroms
  • Gütesiegel: steht für umweltverträgliche Stromerzeugung
  • Wertigkeit: derzeit sind Grüner-Strom-Label, ok-power-Label und EcoTopTen zuverlässige Anzeiger für echten Ökostrom
  • TÜV-Zertifikat: besagt unter anderem, dass ein Erzeuger seine selbst erstellten Richtlinien einhält. Es gibt aber auch TÜV-Zertifikate, die durchaus positive Merkmale in Sachen Ökostrom haben. Hier müssen Verbraucher individuell prüfen, welche Kriterien hinter einem Ökostrom-TÜV-Zertifikat stecken.
  • RECS-Zertifikate: Vorsicht! Das Zertifikat kann gekauft worden sein. Verbraucher beziehen oft keinen echten Ökostrom.

Graustrom in Abgrenzung zu echtem Ökostrom

Graustrom ist Strom unbekannter Herkunft. Ob es sich tatsächlich um Ökostrom handelt, ist fragwürdig. Wie kommt es dazu, dass das auf den Markt kommt? Hintergrund ist, dass elektrische Energie von den unterschiedlichsten Erzeugern angeboten wird. Wenn alles richtig läuft, liefern die Erzeuger Herstellernachweise. Das ist insbesondere dann vonnöten, wenn es sich um Ökostrom handelt, der auch als solcher deklariert und verkauft werden soll.

Graustrom nimmt einen wesentlichen Anteil des Angebotes auf dem Markt ein. In der Regel handelt es sich dabei um Energie, die von fossil befeuerten Kraftwerken oder von Kernkraftwerken stammen. Es wird im Volksmund übrigens auch Dreckstrom genannt. Verbraucher, für die der Preis das einzige Kriterium ist und denen die Herkunft und die damit verbundenen ökologischen Konsequenzen egal sind, geben diesem einen weiteren Namen. „Egalstrom“ nennen ihn scharfe Zungen.

Richten wir unseren Fokus vom Weltmarkt auf den relativ kleinen Markt in Deutschland. Bei uns kann es vorkommen, dass im Graustrom auch Bruchteile von ökologisch einwandfrei erzeugtem Strom enthalten sind. Dieser wurde zum Beispiel über das EEG gefördert. Ein so erzeugter Strom wird am deutschen Markt als Graustrom vermarktet und nicht unter der Bezeichnung Ökostrom. Jeder Verbraucher, der die EEG Umlage bezahlt, trägt seinen Teil zur Finanzierung bei. Allerdings gibt es auch einige gewichtige Großverbraucher, die aufgrund der gesetzlichen Situation keine EEG-Umlage bezahlen müssen. Wenn diese Graustrom beziehen, leisten sie überhaupt gar keinen Beitrag zu den politisch motivierten ökologischen Zielen der Bundesregierung hinsichtlich der Stromerzeugung und des Klimaschutzes. Die Zusammensetzung wird in Deutschland nur schätzungsweise angegeben. Über genaue Zahlen schweigt sich die Branche aus – oder zumindest haben wir hierzu keine hilfreiche Information gefunden.

Anbieter mit beiden Arten an Stromtarifen

Energieversorgungsunternehmen kaufen Strom ein. Wenn Sie nun beide Stromarten parallel einkaufen und an den Endverbraucher weitergeben, dann heißt das in der Praxis, dass es ökologisch betrachtet überhaupt keinen Unterschied macht, welche Art er bezieht. Der Grund ist, dass beim Einkauf von echtem Ökostrom (der teurer ist) rein buchungstechnisch, also in den Büchern des Lieferanten, dem ökologisch günstigeren Kraftwerk zugeordnet wird. An dem gesamten Strommix, den er im Portfolio hat, ändert das aber nichts. Sie lassen sich letztlich nicht sauber voneinander trennen.

Diese Situation kann selbst dann eintreten, wenn ein Stromanbieter ausschließlich ökologisch einwandfreie Wasserwerke betreibt, aber zusätzlich mit Graustrom handelt. Verbraucher können dieses Problem zum Teil umgehen, wenn sie einen Anbieter auswählen, der ein entsprechendes Label aufweist, das die Zusätzlichkeit ökologischer Stromerzeugung nachweist (siehe auch Grüner Strom-Label e.V.). Auf der sicheren Seite sind Sie jedoch nur dann, wenn Sie sich für einen Anbieter entscheiden, der ausschließlich und ohne jeden Zweifel Ökostrom verkauft.

Achtung: Die Stromarten bezeichnen nicht die physische Herkunft. Es geht ausschließlich darum, eine Zuordnung von erzeugter und verbrauchter Energiemenge festzustellen, die zugleich mit den passenden Zahlungströmen (kontrollierbar in der Buchhaltung) des Energieerzeugers gekoppelt ist.

Auch wenn das auf den ersten Blick undurchsichtig erscheint so hat es doch seinen Sinn. Es spielt nämlich keine Rolle, welcher Verbraucher physisch Energie von welchem Erzeuger bezieht, sondern das große Ganze ist wichtig.

Kurz zusammengefasst:

  • Graustrom: heißt auch Dreckstrom oder Egalstrom
  • Anbieter: Wenn ein Erzeuger Ökostrom anbietet und mit Graustrom handelt, verhält er sich widersprüchlich.
  • Sicherheit: Mit dem Zusatz „ökologische Stromerzeugung“ machen Erzeuger mit GSL-Label unmissverständlich klar, dass sie echten Ökostrom liefern.

Big 4 – die 4 großen Ökostromanbieter in Deutschland

Wie bereits ausführlich dargelegt, agieren echte Ökostromanbieter unabhängig von den großen Atomkonzernen Vattenfall, E.on, EnBW und RWE. Aber diese Atomkonzerne sind an einigen hundert lokalen/regionalen Stromversorgern beteiligt. Damit sie Strom unter dem Label „Ökostrom“ vertreiben dürfen, haben sie eigens Tochtergesellschaften errichtet. Die Atomstromkonzerne betreiben in der Tat eigene Öko-Kraftwerke. Doch sie setzen weiterhin auf Atomkraft oder Kohle. Insofern empfiehlt es sich, jene zu wählen, die durch die Reinvestitionen konventionell erzeugten Strom vom Markt drängen. Anders gesagt: Ökostromanbieter, die am Rockzipfel der Atomkonzerne hängen, sind kritisch zu betrachten.

Die vier großen Ökostromanbieter in Deutschland sind…

EWS-Schönau Ökostrom
EWS-Schönau
Greenpeace Energy Ökostrom
Greenpeace Energy
Lichtblick Ökostrom
Lichtblick
Naturstrom Ökostrom
Naturstrom

Diese Unternehmen sind seit Jahren auf dem Markt und werden von Umweltorganisationen rückhaltlos empfohlen. Doch während sie hier lesen, können durchaus schon wieder neue am Markt erschienen sein. Zum Beispiel liefern die beiden Firmen

  • Polarstern und
  • Mann Naturenergie
ebenfalls echten Ökostrom. Allerdings bieten sie unterschiedliche Tarife in Abhängigkeit von der Abnahmestelle an. Hier mag ein jeder Verbraucher selbst entscheiden, welcher Tarif der passende ist. Ein Angebotsvergleich lohnt und sich also immer.

Kurz zusammengefasst:

  • Atomkonzerne: Vattenfall, E.on, EnBW und RWE halten Anteile an hunderten kleinen Tochterfirmen. Diese Firmen sind samt und sonders kritisch zu betrachten. Prüfen Sie die Labels genau und informieren Sie sich ausführlich über die Lieferanten.
  • Echte Ökostromanbieter: EWS-Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom sind Erzeuger von echtem Ökostrom. Dasselbe gilt für Polarstern und Mann Naturenergie.

Angebote finden und wechseln

Gute Ökostromtarife lassen sich anhand der erteilten Zertifikate auf den ersten Blick erkennen. Tarife mit ok-power Siegel oder dem Grüner-Strom-Label zeigen, dass die Erzeuger 100%ige Ökostromanbieter im Sinne der Richtlinien sind. Diese sind in Hinblick auf ihre Tarife seriös. Man sollte allerdings wissen, dass sich die Zertifikate immer nur auf einen Tarif und niemals auf den Anbieter selbst beziehen. Deshalb ist es letztlich jedem Verbraucher selbst überlassen, zusätzliche Informationen zum Geschäftsverhalten der einzelnen Erzeuger und Stromanbieter zu recherchieren.

In der Tat sind einige Energieversorger reine Ökostromanbieter, doch das gilt nicht für alle. Wer es ganz genau wissen möchte, der sollte die Internetseiten besuchen und sich selbst ein informieren.

Tipps: den passenden Ökostromtarif finden

Wer Wert auf die verliehenen Zertifikate legt, sollte diese bei der Suche mit berücksichtigen. Die Suchmaske bietet die Möglichkeit, sich die verschiedenen Ökostrom- und Klimatarife anzeigen zu lassen, die mit ok-Power-Siegel, Grüner-Strom-Label oder TÜV-Zertifikat ausgestattet sind.

Es gibt noch eine weitere Besonderheit: Verbraucher, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, sollten Ökostrom nicht aus dem Ausland beziehen, denn damit geht das Geld an Unternehmen, die für die ökologisch unbedenkliche Produktion von Strom in Deutschland keine Rolle spielen.

Interessenten geben in die Suchmaschine ihre Postleitzahl und die Stromverbrauchsmenge pro Jahr ein. Der Vergleichsrechner generiert ein Ergebnis in Form einer übersichtlichen Liste. Nun sollten Verbraucher sich die Angebote im Detail ansehen.

KriteriumHinweise
VorauszahlungSie sollten prüfen, ob an das Angebot eine Vorauszahlung gekoppelt ist. Vorauszahlungen sorgen oft dafür, dass ein Tarif besonders günstig ist. Das liegt daran, dass der Stromlieferant bereits sein Geld bekommt, bevor Sie die Stromlieferung erhalten haben. Das Zahlungsausfallrisiko beim Stromanbieter ist also gleich null. Sie als Kunde hätten unter Umständen das Problem, dass Sie diese Vorauszahlung im Falle einer Insolvenz nicht wieder zurückbekommen.
Paketpreise Paketpreise können eine Ersparnis von bis zu 20 % bedeuten. Paketpreise setzen voraus, dass Verbraucher eine ganz bestimmte Strommenge abnehmen. Beim Unterschreiten bekommt der Verbraucher das Geld nicht zurück. Überschreitet er das gebuchte Volumen hingegen, kann es teuer werden. Deshalb Vorsicht vor Paketpreisen.
KautionIst ein Tarif an eine Kaution gebunden, geben Neukunden zuerst Geld an den Lieferanten, bevor sie die Stromlieferung bekommen. Als Gegenleistung ist der Stromtarif günstiger. Zum Ende der Vertragslaufzeit wird abgerechnet. Wenn die Vorauszahlungen ausreichend waren, um die Stromlieferungen abzudecken, bekommt der Kunde die Kaution zurück. Auch hier gilt, sich unbedingt über die Seriosität eines Anbieters zu vergewissern, denn wenn dieser pleite geht, bleiben Verbraucher auf den Kosten sitzen bzw. bekommen ihr Geld in den meisten Fällen nicht mehr zurück.
BonustarifeBonustarife, die direkt am Anfang der Vertragslaufzeit kundenfreundlich verrechnet werden, sind zu empfehlen. Sollte ein Bonus jedoch mit bestimmten Voraussetzungen verbunden sein, sollten Sie genau hinsehen. Manche behalten das Geld ein und schicken Ihnen Sachprämien zu. Wer das vermeiden will, muss sich die Angebote im Detail ansehen.

Tipps für den Wechsel

  • Beim Wechsel müssen Kunden zuerst die Kündigungsfrist ihres aktuellen Lieferanten überprüfen. Der Wechselservice läuft dann komplett über die Plattform ab. Die Stromversorger übernehmen in der Regel alle Formalitäten, um einen reibungslosen Wechsel zu gewährleisten. Man stellt eine Vollmacht aus, damit dieser alle notwendigen Schritte unternimmt. Und keine Angst: Der Wechsel wird komplett unterbrechungsfrei ablaufen, denn jeder Stromanbieter ist gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Stromversorgung sicherzustellen.
  • Doch bevor es dazu kommt, sollten Verbraucher die Angebote des zukünftigen Lieferanten genau prüfen. Hinsichtlich der Vertragslaufzeit empfehlen sich kurze Zeiträume. Das bedeutet nämlich auch, dass im Falle eines erneuten Wechsels nur wenig Zeit vergehen muss. Kündigungsfristen im Bereich von ein bis drei Monaten sind ideal, denn dann kann bei Bedarf schnell gewechselt werden, um von günstigen Angeboten anderer zu profitieren.
  • Vergibt ein Stromlieferant eine Preisgarantie, dann ist daran eigentlich immer auch eine feste Laufzeit gekoppelt. Läuft die Preisgarantie zum Beispiel über zwei Jahre, muss man auch solange bei diesem bleiben. Frühzeitig aussteigen ist in einen solchen Vertrag ausgeschlossen. Der Vorteil ist allerdings, dass sich Kunden in einem Tarif mit Preisgarantie nicht vor unerwarteten Preissteigerungen fürchten müssen.
  • Nicht zuletzt sollten Verbraucher überprüfen, ob der Vertrag eine automatische Verlängerung inkludiert. Praxistipp: Schreiben Sie sich in Ihren Kalender, bis wann sie spätestens kündigen müssen. dann versäumen sie die Frist nicht und können neu vergleichen.
Kurz zusammengefasst:

  • Anbietersuche: Geben Sie Ihre Postleitzahl und den zu erwartenden Verbrauch ein.
  • Zertifikat: Legen Sie Ihre bevorzugten Ökostrom-Label in der Vorauswahl fest
  • Günstige Tarife: Sehr günstige Tarife haben manchmal riskante Bestimmungen (Vorauszahlungen, Paketpreise) in ihren Verträgen. Unbedingt die Details lesen. Wer das Risiko kennt, kann eine gut informierte Entscheidung treffen.
  • Wechsel: Wechselformulare ausfüllen und an den neuen Versorger senden. Alles andere übernimmt Ihr zukünftiger Stromlieferant
  • Unterbrechungsfreie Lieferung: Garantiert per Gesetz

Das große Ganze: der Stromsee

Der Markt ist sinnbildlich gesprochen wie ein riesengroßer See. Die Stromerzeuger leiten die Energie in diesen See ein. Egal, aus welcher Quelle der Strom stammt, hier wird er aufgefangen und vermischt sich mit allen anderen Stromarten. Ökostrom, Graustrom, Atomstrom, alles trifft sich in diesem riesengroßen See.

Solange Sie ihr Geld an diejenigen Erzeuger bezahlen, die zum Beispiel Atomstrom anbieten, desto länger wird es auch in den gemeinsamen See eingeleitet. Denken Sie jedoch um und schließen einen Vertrag mit einem reinen Ökostromanbieter ab, bekommt dieser das Geld und ist verpflichtet, den Ausbau von nachhaltigen Stromerzeugung Methoden zu unterstützen. Langfristig steigt damit der Anteil des Ökostroms in diesem gemeinsamen Pool. Und je mehr Menschen umdenken, desto schneller wird Atomstrom und fossil erzeugten Strom durch sauberen Ökostrom ersetzt. Das Ergebnis: dieser Pool klärt sich. Es liegt also letztendlich auch in Ihrer Hand, für die Maximierung des Ökostromanteils zu sorgen. Sie und alle anderen müssen umdenken und sich für einen echten Ökostromtarif entscheiden. Nur dann geht langfristig die Rechnung zum Wohle aller auf. Das ist der Hauptgrund, warum Ökostrom die bessere Wahl ist.

Praktische Fragen von Verbrauchern zum Ökostrom

Im Folgenden haben wir drei praktische Fragen zusammengestellt, die Verbraucher immer wieder in Zusammenhang mit Ökostrom stellen. Wir vermuten zwar, dass Sie sich die Antworten inzwischen selber geben können – vorausgesetzt, Sie haben bis hierhin durchgehalten und unsere Informationen aufgenommen. Doch wir bringen noch einmal auf den Punkt, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.

FrageAntwort
Kommt in meiner Wohnung im Mehrfamilienhaus auch Ökostrom aus der Steckdose?Nein. Wenn Sie als Mieter in einem Mehrfamilienhaus sich für einen Ökostromanbieter entscheiden, beziehen sie aus ihrer Steckdose logischerweise eine Mischung aus dem großen Pool. Allerdings sorgen sie mit ihrer Entscheidung für Ökostrom dafür, dass der Anteil an der insgesamt produzierten Strommenge langsam aber nachhaltig anwächst.
Verbrauchen Geräte weniger, wenn sie mit nachhaltig produziertem Strom betrieben werden?Nein, dem ist nicht so. Strom aus der Steckdose kommt mit einer festgelegten Spannung zum Verbraucher und eine Kilowattstunde ist und bleibt eine Kilowattstunden, ganz egal, wo und wie sie produziert wurde. Um im Haushalt zu sparen, müssen Sie sorgsam ihren Stromverbrauch im Auge behalten. Ein effizienter Umgang ist auch für Bezieher von Ökostrom oberstes Gebot, um die Umwelt (und ganz nebenbei ihren eigenen Geldbeutel) zu entlasten.
Ich habe von Ökostrom-Haushaltsgeräten gehört. Was ist da dran?Natürlich sollten wir alle mittelfristig Haushaltsgeräte anschaffen, die grundsätzlich effizient arbeiten und vergleichsweise wenig verbrauchen. Sollten Sie bei der Suche nach effizienten Haushalts- oder anderen elektronischen Geräten auf Verkäufer stoßen, die Ihnen besondere „Ökostrom-Produkte“ verkaufen wollen, sollten Sie skeptisch sein. Denn, wie gesagt, jeder von uns bekommt Strom aus demselben großen Stromsee geliefert. Niemand bekommen „reinen Ökostrom“ aus der Steckdose – und deshalb sind Geräte, die angeblich mit Ökostrom betrieben werden müssen, eine ausgesprochen fragwürdige Angelegenheit.

Ökostrom: Versorgungs- und Preissicherheit

Mit Blick auf die Versorgungssicherheit haben wir in den vorstehenden Abschnitten schon vieles geschrieben. Fest steht, dass jeder Stromanbieter per Gesetz dazu verpflichtet ist, dass die Kunden unterbrechungsfrei versorgt werden.

Ökostrom: Versorgungs- und PreissicherheitDas gilt natürlich auch für Anbieter von Ökostrom. Kunden müssen also nicht befürchten, dass sie plötzlich ohne Strom dastehen.

Ob in Zukunft für alle Verbraucher produziert wird bzw. werden kann, liegt maßgeblich in unserer Hand. Denn wir Verbraucher ermöglichen durch die Wahl eines Ökostromtarifs, dass Teile unseres bezahlten Geldes in erneuerbare Energien investiert werden. Und dass sich das Investment lohnt, steht außer Frage.

Allerdings lässt sich keine allgemeingültigen Aussagen zu der Frage tätigen, wie Ökostrom die Umwelt hinsichtlich der CO2- Belastung schont. Hier sind immer konkrete Berechnungen erforderlich und das geht nur anhand von konkreten Zahlen.

Beispiele:
Ein Singlehaushalt verbraucht mit konventionellem Strom 600 g CO2 pro Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch von 1200 kWh pro Jahr entspricht das einer Menge von 720 kg CO2. Nutzt dieselbe Person Ökostrom, schlägt dieser mit 40 g CO2 pro Kilowattstunde zu Buche. Im Ergebnis entspricht das einem Verbrauch von 48 kg CO2 pro Jahr.

Dieses Beispiel spricht für sich. Die Preissicherheit indes hängt vom Anbieter ab. Je nach gewähltem Tarif bleiben die Preise stabil oder können während der Laufzeit angepasst werden. Hier hilft nur ein Blick ins Kleingedruckte und besondere Aufmerksamkeit beim Vertragsabschluss ist ohnehin oberstes Gebot.

Preise und Berechnungsgrundlagen

Ökostrom setzt sich gemäß Monitoringbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2014 aus drei großen Faktoren zusammen

  • Kosten für Stromerzeugung, Transport und Vertrieb
  • Nutzungsentgelte für Stromnetze
  • Steuern und Abgaben
der soeben zitierte Monitoringbericht mit Stichtag 1. April 2014 gibt darüber Auskunft, dass jeder einzelne Haushalt in Deutschland durchschnittlich 29,53 Cent pro Kilowattstunde bezahlt hat. Wenn der Monitoringbericht 2015 veröffentlicht wird, wird sich zeigen, inwieweit sich der Kilowattstundenpreis geändert hat.

Zusammensetzung des Strompreises

(Quelle: Zusammensetzung des Strompreises, Foto: Bundesnetzagentur: Monitoringbericht 2014, S. 167)


Um die Stromerzeugungsanlagen in Deutschland energiesparend umzubauen, gibt es die KWK Umlage (Kraft-Wärme-Kopplung). Sie lag 2014 bei 0,18 € pro Kilowattstunde. Das Ziel dieser Umlage ist, den Anteil der Anlagen von aktuell 16 % auf 25 % auszubauen.

Das erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die EEG-Umlage. Insgesamt 21,1 Prozent des Strompreises, d.h. 6,24 Cent pro Kilowattstunde, flossen 2014 in den Ausbau erneuerbarer Energien. Dieser Anteil wird landläufig auch als Ökostromförderung bezeichnet.

Atomstrom oder Ökostrom: Was ist teurer?

Das Forum für ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat im Auftrag von Greenpeace Energy untersucht, wie die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Stromerzeugung zu beurteilen sind. Das Ergebnis ist verblüffend. Die Studie „Was Strom wirklich kostet“ von Swantje Küchler und Rupert Wronski (2015) zeigt, dass bereits jetzt Strom aus erneuerbarer Energien günstiger ist – vorausgesetzt die Kosten der staatlichen Förderungen und die Kosten für Umwelt-und Klimaschäden inklusive der nuklearen Risiken werden mit einbezogen. Eine solche Berechnung hat Hand und Fuß, denn es wird praktisch eine Vollkostenanalyse durchgeführt. Und die ermöglicht einen realen Blick auf die Kostenbelastung.

Folgekosten von Atomstrom doppelt so hoch wie EEG-Umlage

Genauso, wie die EEG-Umlage für den Ausbau erneuerbarer Energien zu beziffern ist, kann das FÖS eine vergleichbare fiktive „konventionelle Energieumlage“ mit 11 Cent pro Kilowattstunde ausrechnen. Das ist fast doppelt so hoch, wie die EEG-Umlage mit 6,24 Cent pro Kilowattstunde! Diese (fiktive) konventionelle Energieumlage deckt die Folgekosten ab, die durch die Erzeugung mittels Atomkraft für uns alle entstehen. Nochmal im Klartext: Atomstrom wird zwar pro Kilowattstunde günstiger angeboten, als Ökostrom. Aber wir alle bezahlen über andere Wege dafür, dass die Schäden wieder behoben werden, die Atomstrom anrichtet. Umgerechnet auf eine Kilowattstunde kostet das doppelt so viel, wie die EEG-Umlage.

Äpfel mit Birnen vergleichen

Erzeuger bieten Atomstrom meist billiger an als Ökostrom. Das liegt unter anderem daran, dass Atomstrom in Anlagen produziert wird, die schon längst abgeschrieben sind. Ökostromanbieter haben jedoch gerade investiert bzw. sind dabei, neue Anlagen zu errichten. Die Abschreibungen schlagen hier also noch zu Buche und stecken in den Verkaufspreisen drin.

Äpfel mit Birnen vergleichenAußerdem legen die Erzeuger von Atomstrom die mit fiktiven 11 Cent bezifferten Kosten pro Kilowattstunde nicht auf den Verbraucher um. Gemeint sind damit zum Beispiel

  • die Kosten für die Endlagerung von Atommüll,
  • die Kosten für den Ausgleich von Umweltschäden,
  • staatliche Subventionen und
  • weitere finanzielle Vorteile (z.B. Steuererlass oder Steuerermäßigung) konventioneller Energieproduzenten.

Die Studie deckt auf, dass diese versteckten Zusatzkosten, die nicht im Verkaufspreis zu finden sind, rund 40 Milliarden € pro Jahr ausmachen. Diese Kosten tragen wir Verbraucher alle gemeinsam – allerdings außerhalb der Strompreise. Demgegenüber stehen knapp 20 Milliarden € jährlich für den Ausbau alternativer, sauberer Technologien.

Das Fazit der Studie ist nüchtern betrachtet als positiv zu werten: Strom aus erneuerbaren Energien ist deutlich kostengünstiger als aus Kohle oder Atomstrom. Im Vergleich stellt Greenpeace Energy fest, dass eine Kilowattstunde aus Windkraft zwischen 5,1 und 8,7 Cent kostet. Eine Kilowattstunde aus Atomkraft kostet zwischen 18,5 – 49,8 Cent.

Kurz zusammengefasst:

  • Stromsee: Hier fließen Atomstrom, Ökostrom und alle anderen Stromarten zusammen.
  • Preis: Die EEG-Umlage ist nur halb so hoch pro Kilowattstunde, wie die Folgekosten für die Schadensregulierung von Atomstrom

Die Produktion von Ökostrom

Wer sich für die Technik interessiert, liest die folgenden Abschnitte über die grundlegenden Funktionsweisen der nachhaltigen Energiequellen. Alle anderen können sich den kurzen Ausflug in die Technik sparen.

Ökostrom wird aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen. Dazu gehören die natürlichen Energiequellen, die grundsätzlich ohne unser Zutun auf der Erde vorhanden sind.

  • Wind
  • Sonne
  • Biomasse
  • Wasser
  • Erdwärme
Als Informationsquelle haben wir uns in erster Linie an der Internetseite des Bundesumweltamtes (UBA) orientiert. Viele Details und Hintergrundwissen rund um nachhaltige Energien können dort nachgelesen werden.

Windenergie

Energie wird über eine Windkraftanlage gewonnen. Eine Windkraftanlage besteht aus

Ökostrom: Windenergie

  • Mast
  • Gondel
  • Rotorblätter
  • Getriebe (es gibt auch Windkraftanlage ohne Getriebe)
  • Generator
  • Messinstrumenten
  • Windrichtungsnachführung
Die Gondel sitzt oben auf dem Turm. In ihr befinden sich Generator und ggf. auch das Getriebe. Das Getriebe ist hilfreich, um die Drehzahl des Generators auf einem bestimmten Level zu halten, auch wenn die Windgeschwindigkeiten sich ändern. Der Wind dreht die Rotorblätter. Die Energie, die dabei entsteht, nimmt der Generator auf und wandelt in den Strom um. Das Prinzip ist eigentlich wie bei einem klassischen Fahrrad Dynamo. Doch statt, dass wir in die Pedale treten, um das Rad in Bewegung zu setzen, bewegt der Wind die Rotorblätter Runde um Runde.

Die Windrichtungsnachführung, auch Horizontalachsenrotor genannt, stellt sicher, dass die Windkraftanlage immer optimal zum Wind steht. Die Natur macht es vor. Eine Sonnenblume beispielsweise wendet ihre Blütenkrone immer Richtung Sonnenlicht. Stehen die Rotorblätter optimal zum Wind, ist die größtmögliche Stromerzeugung realisierbar.

(Quelle: UBA)

Sonnenenergie

In einer Photovoltaikanlage, auch Solaranlage genannt, wird aus Sonne Strom gewonnen. Das Wort „Photo“ kommt aus dem griechischen und heißt Licht. „Voltaik“ ist einerseits aus dem Familiennamen des Wissenschaftlers Alessandro Volta entstanden, und andererseits ist es die physikalische Kennzahl für die Stromstärke „Volt“.

Ökostrom: SonnenenergieEine Photovoltaikzelle verwandelt Sonnenlicht also im Strom. Das funktioniert dadurch, dass das einstrahlende Licht in der Zelle positive und negative Ladungsträger aktiviert. Die Halbleiter, die sich in der Photovoltaikanlage befinden, werden alleine durch die Einstrahlung von Sonnenlicht leitfähig.

Als Halbleiter setzen die Anbieter von Solaranlagen in erster Linie auf Silizium. Er ist ein Bodenschatz und derzeit in großen Mengen auf der Erde vorhanden. Siliziumdioxid findet sich übrigens auch in Sand. Ein Versiegen dieser Energiequelle scheint zumindest jetzt nicht in Sicht.

Der Vorgang innerhalb einer Solarzelle ist physikalisch nicht leicht zu erklären, doch im Prinzip wird ein positiver Ladungsträgerüberschuss und ein negativer Ladungsträgerüberschuss erzeugt. Diese Energie lässt sich zum Betreiben elektrischer Geräte benutzen. Die Solarzellen selbst sind mit einer reflektierenden Beschichtung versehen. Das soll die Zelle nicht nur vor Umwelteinflüssen beschützen, sondern auch den Energieverlust gering halten.

(Quelle: UBA)

Energie aus Biomasse

Biomasse ist der Grundstock, in dem sich Sonnenenergie – rein biologisch/physikalisch gesehen – bindet und sichtbar manifestiert.

Ökostrom: Energie aus BiomassePflanzenteile lassen sich zum Beispiel verbrennen. Das ist allerdings nicht die effizienteste Methode, um nachhaltige Energie zu erzeugen und nutzbar zu machen.

Biogasanlagen sind in der Lage, die gebundene Sonnenenergie als Strom bereitzustellen. Hierzu treibt der aus der Verbrennung entstehende Wasserdampf Turbinen an. Die rotierenden Turbinen erzeugen den Strom.

Auch Biomassekraftwerke nutzen diese Art der Stromproduktion. Althölzer oder Industriehölzer sind die Hauptbrennstoffe, die hierfür eingesetzt werden. Um 4 kWh zu erzeugen, sind rund 1 kg Altholz oder Industrieholz erforderlich.

Das Problem: Biomasse besteht nicht nur aus reinem Kohlenstoff. Deshalb werden bei der Verbrennung auch problematische Substanzen in die Luft abgegeben.

Dennoch empfiehlt sich das Verbrennen organischer Reststoffe zur Energieerzeugung. Das ist immer dann sinnvoll, wenn die organischen Reststoffe ohnehin entsorgt werden müssten. Das trifft beispielsweise auf Holzreste in einem Sägewerk zu oder auf Stroh, das als Abfallstoff bei der Getreideernte entsteht. (Quelle: UBA)

Energie aus Wasserkraft

Auch Strom, der mittels Wasserkraft gewonnen wird, hat seinen Ursprung in der Sonnenenergie. Und das ist der Grund, warum Wasserkraft eine versteckte Form der Sonnenenergienutzung ist: Sonne lässt Wasser verdunsten, der Dampf sammelt sich an und regnet zur Erde herab. Damit speist er Flüsse und Bäche.

  • Fließendes Wasser kann Turbinen in Bewegung setzen.
  • Turbinen entwickeln dynamische Bewegungen und rotieren.
  • Generatoren nehmen die Rotationsenergie auf und…
  • … wandeln sie in elektrische Energie um.
Ökostrom: Energie aus WasserkraftGrundsätzlich ist in Laufwasserkraftwerke und Speicherkraftwerke zu untergliedern. Ein Laufwasserkraftwerk macht sich die natürliche Strömung von Fließgewässern zu Nutze. Der Bau von Staudämmen, zur Erhöhung der möglichen Energieausbeute, ist Bestandteil dieser Technologie.

Wie viel sich allerdings tatsächlich erzeugen lässt, wird von drei Einflussfaktoren bestimmt.

  • Zum einen beeinflusst das Volumen des Wassers die Energieerzeugung,
  • genauso wie die Geschwindigkeit, mit der es durch die Turbinen strömt.
  • Auch das Gefälle spielt eine große Rolle.
Beispielsweise können Kraftwerke, in denen das Wasser eine große Distanz hinabstürzt (zum Teil über 1000 m) mit wenig Wasser hohe Leistungen produzieren. Länder, deren Topographie von Bergen gekennzeichnet ist, wie zum Beispiel die Schweiz, beziehen ihren Strom maßgeblich aus Wasserkraftwerken.

In Deutschland gibt es eine Sonderform, nämlich die sogenannten Pumpspeicherkraftwerke. In Ihnen wird das Wasser in ein höher gelegenes Speicherbecken gepumpt. Besteht ein erhöhter Energiebedarf, kann dieser individuell erzeugt werden, wenn das Wasser wieder nach unten fällt und die Turbinen antreiben.

In Deutschland ist laut Bundesumweltamt das Potenzial für die Stromgewinnung aus Wasserkraft allerdings fast komplett ausgeschöpft. Lediglich durch die Verbesserung der vorhandenen Technologie kann das Potenzial ein wenig erweitert werden. Insgesamt spielt Wasserkraft in Hinblick auf die Bruttostromerzeugung eine untergeordnete Rolle. (Quelle: UBA)

Energie aus Erdwärme

Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist nachhaltig und erneuerbar. Die aus Erdwärme gewonnene Energie ist zum Heizen oder zur Stromerzeugung nutzbar. Steckt man ein Thermometer 1 km unter der Oberfläche in die Erdkruste, so finden wir eine Temperatur vor, die 30° über der Temperatur an der Erdoberfläche liegt. Jeder weitere Kilometer bringt eine Erwärmung von weiteren 30 °C. Aus diesem Grund gibt es oberflächennahe Geothermie (bis zu 400 m Tiefe) und Tiefengeotermine – je nach geplantem Einsatzbereich.

Mit Erdwärme aus der Tiefengeothermie werden vorwiegend Wärmenetze versorgt. Erst, wenn die Temperatur entsprechend hoch ist, lässt sich mit einem Erdwärmekraftwerk Strom erzeugen. Das Gute an der Erdwärme ist, dass die Witterung keinerlei Einfluss hat und aus ihr rund ums Jahr umweltfreundlicher Strom gewonnen werden kann.

Um aus Wärme Strom zu gewinnen, gibt es unterschiedliche Technologien:

  • Unter anderem steht das Hot-Dry-Rock-Verfahren im Fokus. Dabei geht es um Stromgewinnung ohne Dampf und Heißwasser. Vielmehr wird das Tiefengestein angebohrt und zwischen den Bohrungen wird Wasser eingeleitet. Mit hohem Druck bricht das Wasser die Fließwege auf oder erweitert bereits vorhandene Fließwege. Mit diesem Verfahren wird eine Art natürlicher, unterirdischer Wärmetausch erzeugt. Das eingeleitete, kalte Wasser erhitzt sich, wird wieder an die Erdoberfläche befördert und treibt dabei eine Turbine an. Die Zirkulation funktioniert innerhalb eines geschlossenen Systems. Das System arbeitet unter Hochdruck. Das Ergebnis ist, dass der Dampf, der sich beim Erhitzen bildet, sich erst in den Turbinen freisetzt.
  • Eine weitere Technik ist auf dem Vormarsch. Sie heißt Organic Rankine Cycle (ORC). In diesem Verfahren werden bereits vorhandene, warme Wasserreservoirs (Thermalwasser) genutzt. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) soll demnächst erweitert werden, so dass erste Projekte am gesamten deutschen Alpenrand, im Oberrheintal und auch in der norddeutschen Tiefebene starten können.
(Quelle: UBA)

Kurz zusammengefasst:

  • Natürliche Quellen: Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Erdwärme sind nachhaltige Energiequellen.
  • Innovation: Hersteller und Erzeuger treiben die Entwicklung innovativer Technologien immer weiter voran. Die Technik wird sich auch zukünftig unaufhaltsam weiter entwickeln.

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